Xaver Vitoul

Biografie, Fotos, Videos

Biografie

Hallo an alle!

Ich freue mich sehr am diesjährigen Trainer-Contest teilnehmen zu dürfen. Wer mich kennt weiß, dass ich nicht der große Schreiberling bin, daher hier nur ein paar Zeilen um mich vorzustellen.

Ich reite seit meiner Kindheit und meine große Leidenschaft sind und waren lange gerade die jungen Pferde. So habe ich in meinem Leben bisweilen eine sehr große Zahl roher Pferde völligst unterschiedlicher Rassen eingeritten und ausgebildet. Beruflich arbeite ich mit Pferden seit meinem Schulabschluss und durfte seit dem viele Stationen verschiedenster Reitweisen erleben und habe meine große Leidenschaft in der Reitkunst der alten Meister gefunden.

Ich freue mich über viele ereignisreiche Stunden mit großartigen Reitern und Kollegen und regen Austausch.

Fotos

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Über meine Reiterei, meine Reitkunst und die Einsicht, dass Reitkunst für jedes Pferd individuell ist:

Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, die Antworten in den Lehren der alten Reitmeister zu suchen. Von Xenophon bis Steinbrecht haben Menschen seit Jahrtausenden Pferde gezähmt, gezüchtet, ausgebildet und ihre Erfahrungen und Ausbildungskonzepte niedergeschrieben. Ich halte dies für einen wahren Schatz für die gesamte Reiterei, der uns da zur Verfügung steht! Seit Jahren recherchiere ich in den alten Schriften und entdecke immer wieder noch Neues und Spannendes. Verbunden mit dem heutigen-, insbesondere dem biomechanischen Wissen finde ich immer wieder Anregungen, die mich bestärken auf dem richtigen Weg für feines Reiten zu sein.

Denn ich möchte all denen Antworten aufzeigen, die Reiten nicht als Sport, sondern als Genuss sehen und verstehen möchten... als Zweisamkeit mit dem Pferd in gegenseitigem Respekt und mit großer Achtsamkeit. Reiten als Ausgleich zu Alltag und Beruf, als Ausgleich zu Erfolgs- und Leistungsdenken unserer heutigen Zeit.

Schon Pluvinel hat um 1600 geschrieben, dass die wahre Versammlung die Versammlung im Mentalen einschließt. Was so viel bedeutet wie, immer auch die Lernbereitschaft unserer Pferde mit zu beachten und mit auszubilden. Wenn die Beziehung zum Pferd stimmt und die Positionen eindeutig geklärt sind, wenn die Motivation des Pferdes da ist und wenn sich die Geduld des Reiters einstellt auf Fehler zu warten, um sie dann erst zu korrigieren, statt Fehler von vornherein verhindern zu wollen, dann beginnt Reiten im Flow, dann ist der Weg zur Mentalen Einheit bereitet.

Daher lautet einer meiner Leitsätze: Nicht verbieten, sondern kanalisieren! Nicht ermüden, sondern fokussieren, nicht dressieren, sondern ehrliches Interesse des Pferdes wecken - in jedem Verhalten des Pferdes ein Angebot sehen und dieses Verhalten als Chance begreifen. Ich möchte Lektionen nicht als Selbstzweck, sondern als Weg verstehen. Das ist ein weiterer Leitgedanke, der mich antreibt. In diesem Denken gibt es keine bestimmte Zeit für bestimmte Lektionen. Warum soll man dem jungen Pferd die Piaffe verbieten, nur weil es diese zu Beginn der Reiteinheit anbietet, nur weil es jung ist oder weil sie nicht dran ist? Ist es nicht schöner, diese aufgeregten

Schritte als das zu verstehen, was sie sind, als Weg Anspannung sinnvoll abzubauen? Solche Angebote unserer Pferde zu unterstützen und ihre Kraft und Beweglichkeit so zu fördern, dass sie sich zu keiner Zeit überfordern, sondern verbessern und in die Perfektion kommen, das ist wichtiger Teil meines Ausbildungskonzeptes.

Dieser Ansatz weiter gedacht ergibt auch die Einsicht, dass Beizäumung nicht zuerst mit Mühen und Hilfszügeln erreicht werden muss, sondern dass diese sich rein biomechanisch ergibt, ergeben muss, wenn man der natürlichen Biomechanik folgend die entsprechenden Bewegungen und Muskelgruppen schult. Dabei tut man gut daran, die Lernbereitschaft und Gesundheit des Pferdes immer zu überprüfen und das Training daran auszurichten, denn motivierte Pferde möchten gefallen und nur gesunde Pferde können diese Motivation auch dauerhaft ihren Reitern schenken.

Dies alles wird möglich, wenn Reiten als Weg verstanden wird, die Pferde zum Kennenlernen ihres Körpers und zum Nutzen der jeweils förderlichen Muskeln und Bewegungsmuster anzuleiten, um sie zu befähigen ihre Aufgabe mit noch mehr Schönheit, Stolz und Freude erbringen zu können. Denn die gemeinsame Zeit mit dem Pferd sollte für beide Seiten voller Spaß, Lebensfreude und körperliche Erbauung sein!

Ich möchte zeigen wie man wach bleibt die Unterschiede zu spüren, um sie fördern zu können. Am Ende gleichen sich die Bilder, aber der Weg dorthin ist jedes Mal ein ganz eigener.

Xaver Vitoul